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Archive for the 'fantaster' Category

ein treffen der andern art

Posted in fantaster on Juni 15th, 2017

fantastermanie

der fantaster:  geschichten aus verschollenen welten

jfch in wattwil

An einem Festtisch in Wattwil: gute Laune beim Vespern

Glaube jenseits von kirchlichen Mauern: Jesus Freaks in der Schweiz

Jesus Freaks in der Schweiz treffen sich vier bis fünf mal im Jahr zum austauschen, vespern und beten. Raum Ostschweiz, Bern oder Westschweiz, die Freaks teilen ihren Glauben an Gott ohne das Regelkorsett kirchlicher Tradition.

Es ist Sonntag, 11.Juni, sonnig heiss. Viel los am Kreisel beim Bahnhof Wattwil. Wartezeit auf der Bank bis die Freaks eintrudeln. Personenwagen teilen sich die Strasse mit Sportwagen und schweren Motorrädern. Sonnenstrahlen bringen das Metall zum gleissen. Ein schweres Bike rollt auf uns zu. Peli aus Frick im Kanton Aargau bringt die Maschine zum stehen. Das Jeansgilet voll von Stickern. In der Mitte auf dem Rücken das A und O, das Zeichen der Jesus Freaks. Peli ist Streetworkerin und lebt einen kompromisslosen Glauben.

Unscheinbar in seinem alternativen Stil schlendert Roli auf uns zu. Roli ist der Kopf des losen Netzwerkes von Freaks und sorgt dafür, dass die Termine stehen. Er ist mit dem ÖV angereist und ist im Gegensatz zu Peli locker gekleidet. Eine herzliche Begrüssung ist angesagt.

Dann klingelt das Handy. Peter aus Konstanz ist schon bei der Heilsarmee, sucht nach uns. Wir wollten aber eigentlich baden gehen und bitten Peter an den Bahnhof zu kommen. Als er erscheint, haben wir den Plan schon gewechselt. Wir gehen trotzdem zur Heilsarmee, um dort ungestört vespern, austauschen und beten zu können. Mehr kommen heute nicht, den einen ists zu weit, die andern sind zu beschäftigt. Der Schweizer Alltag auch bei den Christen. Tage, Wochen sind vollgestopft, man kriegt manchmal keine Luft zum Atmen.

Jeder hat was zum Essen mitgebracht und es wird geteilt. Ein provisorisch auf die anliegende Kinderrutsche gezurrter Schirm schützt uns vor dem Hitzekollaps. Die Zeit an diesem Sonntag ist kurz und wir verschieben uns hinter das Haus in den Schatten. Bald ertönen Freakslieder, unterbrochen von Gebet. Dann fordert auch schon wieder die Zeit ihren Tribut. Aufbruch nach Hause. Und dann bis zum nächsten Treff!

das glaubensbekenntnis der jesusfreaks!

jh

 

 

 

reise zu 67ern: blogunkels tribut an die oberstufenzeit

Posted in fantaster on Juni 1st, 2017

fantastermanie

der fantaster:  geschichten aus verschollenen welten

67er bei ein gut wein

67 er jahrgang feiert, der klassentreff als freundlicher event

Kleider, Mucke oder Job: eine Identitätsfrage

Nach zehn Jahren Absenz zur letzten Zusammenkunft. Blogunkel folgt dem Ruf der Einladung zum Klassentreff, und fällt in tiefe Zerstreutheit über die Frage der Identität. Wer bin ich, wohin gehe ich, und vor allem, stimmt die innere Identität mit der äusseren überein? Klamotten müssen sortiert, Leibchen verworfen, und Hosen gut gemustert werden. Eigentlich ist vor dem Abflug nur eines klar, über die Form der Haartracht muss ich nicht mehr nachdenken. Steht ja nach einem halben Jahrhundert nicht mehr so viel zur Verfügung. Zudem ist da ein neuer Ton bemerkbar, und der ist grau. Hat mich eh nie überzeugt, die Vokuhila.

Die Fragen sind genügend geklärt. Trage mein Jeansgilet und die Jacke darunter mit dem rückengrossen Metalband Aufnäher. Auf dem Weg zum Buss ein paar meiner Nachbarn. Ja, natürlich, gehe zum Klassentreff, trinke aber nur Tee, oder Wasser. Muss ja schliesslich morgen wieder bei klarem Geist sein. Bedeutungsschwer hängt die Jeansjacke auf meinen Schultern. Das klare Bekenntnis zur Rockmusik in ländlich bäuerlicher Umgebung. Als ich weitergehe, fühle ich den Geist des Rock`n`Roll. Er klopft mir auf die Schulter. Endlich jemand, der nach so vielen Jahren den Spirit der Rockmusik noch lebt. Und im Buss weiss ich, jetzt ist es zu spät, wechseln geht nicht mehr. Bin ich da wiedermal zuweit gegangen mit der Identitätsfrage, und der äusseren Stützung derselben? Was berechtigt mich diese Jacke zu tragen? In den Ohren der Satz meiner trauten Angetrauten. „Du hast die Jacke mehr als 10 Jahre nicht mehr getragen. Wieso jetzt?“ Stimmt. Der Griff in die Innentasche bestätigt diese direkte Behauptung. Flyer, Zettel und kleines Buch sind da noch vorhanden. Ein bischen heruntergekommen, aber noch da. Interessiert schaue ich, was da alles zum Vorschein kommt. Eine richtige Rocker Jacke, nicht gewaschen, mehr als zehn Jahre alt und Innereien, die längst nicht mehr aktuell sind. Hauptsache ich bin geduscht und sauber, mit zeit- und altergemässem Haarschnitt. Ein Gegenstück zu allen andern meines Jahrgangs. Dessen bin ich sicher. Nicht Job, Karriere und Geld. Werte die sich in meiner Kleidung definieren. Ich bin nicht Materialist, ich bin Idealist. Ich arbeite um zu leben, nicht umgekehrt. Das will ich doch meinen und vertreten.

Dann das Fest, die Zusammenkunft. Die Jacke gibt mir ein gutes Gefühl, einen gesonderten Status. Aber eigentlich ist die Atmosphäre ganz entspannt. Ein freundliches Stelldichein, ein unkompliziertes Fest von fünzig Jahre frischen Altgewordenen. Mitten in der uniformellen Gleichheit ich, der ich dem rock`n`roll-werte-fressenden Altern den Kampf angesagt habe. Unter ehemaligen Oberstufenschülern, denen dies alles ziemlich egal ist, und die einfach das gemütliche Austauschen mit den Gschpänli von früher geniessen. Ausser einigen, die immer schon verstanden hatten, Rock`n`Roll ist King.

Dann sind da noch die Veränderungen, die das Alter wirklich mitbringt. Einige sehen aus wie früher, das gleiche verschmitzte Lächeln. Andere sehen nun aber wirklich älter aus. Man sucht in vielen das Gesicht, das man aus der Jugend kennt. Wieder anderen hat das Altern gut getan. Aus dem Gesicht sprechen Weisheit, Lebenserfahrung. Solche Menschen brauchen dann natürlich nicht den Weg über eine Jacke zu gehen. Das Alter hat ihnen gut getan und man sieht es in ihrem Gesicht. Es spricht Bände. Mein Gesicht steht da natürlich nicht zur Debatte. Habe ich doch deutlich durch mein Outfit Stellung bezogen. Seht her, was ich in der Jugend gewollt, geträumt und geplant, ist geworden. Denn das kann ich rückblickend sagen, es ist nichts geworden, was ich als junger Mensch auch nicht geträumt habe. Mit umgekehrten Worten, alles was ich damals an Überzeugungen gelebt habe, ist heute wahr. Zufrieden ohne grosse Ambitionen auf Job, Karriere und den grossen Haufen Geld. Ein Mensch, ein geselliger Metallnarr und alles in allem ein Individuum, das aus Überzeugung einen andern Weg gewählt hat. Ich weine nicht, ich lebe, und bin zufrieden mit meinem Wege.

jh

 

verein schweizer phantastikautoren

Posted in fantaster on Mai 2nd, 2017

fantastermanie

der fantaster:  geschichten aus verschollenen welten

phantastik stand

fantastische beratung der schweizer phantastikautoren an der fantasy basel

Swiss Comic Con: in Basel auf die Fantasie gekommen

Die Fantasy Basel hat laut Presse am letzten Aprilwochenende 43 000 Besucher angezogen. Der drei Tage dauernde Event mit dem Namen Swiss Comic Con, ist der grösste seiner Art in der deutschsprachigen Schweiz und hat das dritte Mal stattgefunden. Neben diversen Film- Game- Comic- Cosplay und Mangaständen, hat auch die fantastische Literatur einen Platz an der Veranstaltung.

In den Hallen, die der fantastischen Welt wohl die Bretter der Welt bedeuten, war ein Aussenseiter, der in alltäglicher Kleidung daher kam. Es wimmelte von Helden und Heldinnen mit übernatürlichen Kräften. Captain America erschien mit frischem Kostüm, Batman hatte seine federnartigen Schwingen bereit, oder um es ein bischen brachialer darzustellen, der Wikinger aus dem rauen Norden hatte es nicht in die Halle seiner Väter geschafft, ohne den Pfeil aus dem Auge zu ziehen. Cosplay nennt sich dieser Spass, ein Verkleidungstrend mit japanischen Wurzeln.

Eben mindestens so zahlreich wie die kostumierten Gäste sind die verschiedenen Gaming Plattformen. Ein Paradies für einen Gamefreak: Vernetzung, grosse Bildschirme, guter Sound, virtual reality, eben alles eine Nummer grösser als zu Hause. Daneben mutet der Sektor mit den Holzspielen für zwei Nutzer vorsintflutlich an. Vorbei an den nachgebauten Filmlandschaften, die mit Schaustellern in movieechter Kleidung zum Shooting laden, und vorbei an den Filmrequisiten, schaut man sich eher die Augen aus dem Kopf, als man sich das Leder von den Sohlen läuft. Bekanntlich gibt es zwei Wege eine Messe dieser Grösse zu bestehen. Man zückt den Plan und versucht verzweifelt die Zielinsel anzusteuern. Oder man wählt den zweiten Weg und lässt sich treiben. So nach dem Motto, spontan macht es mehr Freude. So kann es einem passieren, dass man in dem um den runden Innenhof angelegten, dreistöckigen Messegelände, seine Tritte an ein und demselben Ort, gleich mehrere Male anbringt. Macht nichts, der Spassfaktor hat ja schliesslich Vorrang. Und das Spiel, das beim ersten Mal dran vorbeilaufen besetzt war, ist nun endlich frei.

So hat die Comic Con neben den vielen Game Stationen und den Cosplay Augenweiden auch einen Mittelaltermarkt zu bieten. Und darüber auf dem höchsten Niveau, der obersten Messeplattform die Art von Fantasy, die in gedruckter Form das Leben von Literaturfreunden erfreuen kann. Spärlicher als in den andern Hallen ist das Gedränge zwischen den Ständen. Hier ist die Welt der Schweizer Fantasy Autoren. Zwischen Ständen, die direkt von den Autoren betrieben werden, findet sich der Stand der Schweizer Phantastikautoren. Seit Tolkien und dem Herrn der Ringe, wird der phantastischen Literatur, die immer nur ein Nischendasein fristete, mehr Bedeutung beigemessen. Die Zahl der Konsummenten, die auch mal ein phantastisches Thema zur Hand nehmen, ist am Wachsen. Der Markt für phantastische Bücher an und für sich ist grösser geworden. Die Hand im Spiel hat auch die Digitalisierung. Ein Autor hat heute die Möglichkeit, sein Buch ohne das Dazutun eines traditionellen Verlages, über eine Self-Publishing Plattform zu vermarkten.

Self-Publishing ermöglicht es auch den Schweizer Phantastikautoren ihr Buch zu positionieren. Eine erfrischende Bewegung, in einer frostig grauen, traditionellen Buchlandschaft. Glücklich darum, wer an eine Comic Con geht, bis in den Himmel der Messe vorstösst, und dort nicht bei dem ebenfalls anwesenden Buchhändler Orell Füssli ein Buch kauft, sondern sich von den Schweizer Phantastikautoren inspirieren lässt.  Natürlich ist Orell Füssli kein mieser Laden, aber eben ein traditioneller Grossbuchhändler, ein Riese, der sich mit Self-Publishing Produkten schwer tut.

Abgerundet wird das Messeerlebnis natürlich mit schweizerisch perfekt eingerichteter Verpflegungsvielfalt. Das Rennen bei den Kulinarien macht diesmal aber nicht die Wurst, oder die Älplermaccaroni, sondern der Madenstand. Eine Neuheit am Event, eine Neuheit in den Läden. Aber wie es mit den Spiel- oder Lesegewohnheiten so ist, eine Änderung braucht einen kultigen Anstoss, eine Änderung braucht, den Besuch an der Comic Con. Und dort die Entdeckung, dass das Gute durchaus im Kleinen stecken kann.