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was will ein gedankikus?

Posted in Gedankensplitter on Oktober 8th, 2009

Für einen Gedankikus, sprich einen Philosophen, ist die wissenschaftlich getreue Erkundung der Naturgesetze keine Pflicht respektive relevante Herausforderung, denn zu Wissen was man messen kann ist nicht dasjeniege Wissen, nach dem es den Gedankikus verlangt.

jh

Terrassenbäuche

Posted in psychodocx nebenwort on September 1st, 2009

psychodocsodysse

psychodocs nebenwort frisch ab der gedankenpresse

Über Terassen, dicke Bäuche und die Interaktion zwischen Körper und Geist

Nach der langen Phase schlechten Wetters, drängte sich nicht nur meine Leiblichkeit ins Freie. Auf der Fahrt in die Stadt gehen auch die Gedanken auf Tour. Da habe ich nun einen ins Auge stechenden Gegensatz festgestellt.
Es gibt Menschen, die gehen nach draussen um zu sitzen, und Menschen die nach draussen gehen um aktiv zu sein. Beide sind gestartet, um nach der Regenzeit die Plätze an der Sonne einzunehmen. Indem der Arbeiter durch sein Tun nicht nur Sinn findet, wenn er seinen Buckel tüchtig der Sonne entgegenhält, ist der Terassenmensch mit einem Platz an der Sonne augenscheinlich zufrieden. Sein eigentliches Ziel ist es einfacherweise, dort sitzen und ausruhen. Er muss aber bemerken, dass sein ursprünglicher Gedanke, nämlich ausruhen und geniessen, bald in Brüche geht. Mehrere Wünsche und Gedanken lassen seine Behaglichkeit in Brüche gehen. Wollte er eigentlich nur entspannen, sieht er sich nun im Strudel von attackierenden Begehren. Bauch und Geist lassen ihn nicht in Ruhe. Hat er die Erstkonsumation bereits hinter sich, dreht sich sein Kopf nun fremdgesteuert. Er dreht sich, wenn ein interessanter Mensch seinen Gesichtskreis passiert. Er dreht sich wenn das Servierpersonal auftaucht. Eine zurückgestellte Arbeit lässt ihn bald wieder still vor sich hin blicken. Herumstehendes Personal zieht seinen nun verunsicherten Blick erneut an. Infolge muss er sich fühlen wie ein nach links und rechts gedrehtes Spielzeug in den Händen eines Gedankenverlorenen. Er kommt schliesslich zum Schluss, dass er den Sinn seines Seins unter der Sonne füllen muss. Auf die einfachste Art wird er seine Verwirrtheit lindern und an seinen Bauch denken. Still murmelnd wird er seinem treuen Freund nun noch was gutes Tun und ein Bier bestellen. Dem Bauch ist das gerade recht, denn er weiss schon längst, würde sein Chef nur an ihn denken, hätte er keine andern Probleme. Würde er einsehen, dass die Füllung des Bauches das wichtigste ist, würden ihn andere Begehren gar nicht belästigen. Die Probleme auf Deck mit schwierigen beinahe unlösbaren Wünschen würde, wenn der Fokus nur auf dem Bauch läge, gar nicht ins Gewicht fallen. Er müsste nicht dauernd seinen Kopf wenden. Geradeaus nach vorne schauen, seinen Bauch nicht vergessen, das würde genügen, um den ganzen Körper zufrieden zu stellen. Das Rollenspiel zwischen Bauch und Geist muss ganz einfach von unten nach oben gelöst werden. Hat der Terassenmenschg genug im Bauch, sind die Gedanken dann wirklich frei und der Mensch kann sich entspannen. Denn schliesslich sind die Anweisungen die vom Bauch aus kommen einfach und verständlich. Verwirrendes kommt nur vom Geist. Zur Zufriedenheit braucht er nur ein Getränk und dann und wann einen tüchtigen Happen. So überlebt man nicht nur den Nachmittag, sondern auch die übertriebenen Wünsche des Geistes. Der Bauch sagt sich also, wäre ich das Zentrum des Menschen, wäre das Leben einfach. Wünsche des Geistes sollen erst nach aussen gelangen, wenn durch des Bauches Filtrierung sichergestellt ist, dass die abwegigen Gedanken des Geistes den Gesammtfrieden nicht behindern. Nicht umsonst heisst es, soll der Mensch etwas werden, muss er tüchtig essen. Bleibt nur zu sagen oder zu definieren, wie sich eine Bauchesgelehrtheit auch im alltäglichen Leben etablieren könnte. Hat man aber diese Schrift genau gelesen, sollte auch dies nicht schwer sein. Immer zuerst an den Bauch denken, dann sind andere Entscheidungen plötzlich nicht mehr schwer.

immer vollgas mit psychodoc

Bahnhofshölle

Posted in blugunkels storyride on September 1st, 2009

Etwa fünzig Meter vor mir hob sich das Dach. Wie von Geisterhand bewegt, stieg es halbhimmelhoch empor um dann an die genau gleiche Stelle zurück zu plumpsen. Dies war das Ereignis, welches nicht nur meinen Tag einschneidend veränderte, sondern auch den Tag aller Andern.-

Gerade eben bin ich doch in den hintersten Doppelstockwagen eingestiegen. Tief  versunken in das Bewusstsein, dass mein heutiger Tag ein spezieller sein würde. Plötzliche Schreie hoben mich aus der Tiefe der Gedanken. Wie ein Artist der auf dem Trapez in die Höhe gezogen wird, tauchte ich stetig in die Kuppel der realen Welt auf. Vor uns standen die Wagen nicht mehr auf dem Geleise. Eine grosse Staubglocke verhinderte besseres Erkennen. Schemenhaft reihte sich das Unglück vor uns auf. Während unser Wagen noch am selben Platz stand, Gott musste
uns gnädig gewesen sein, war der sonstige Schienenalltag total durcheinander gebracht. Und allmählich konnte man das Ausmass der Verwüstung erkennen. Die Detonation hatte die ehemalige Bahnhofshalle in den Vorhof der Hölle verwandelt. –
Mein Gemütszustand rutschte vom Regen in die Traufe. Hatte ich geradeebennoch gedankenverloren über die erfolgreiche Durchlebung meines Tages nachgedacht, zog mich das aktuelle Geschehen nun flutwellenartig in einen schockartigen Zustand. Anstatt mich weiterhin am Strand der guten Gedanken sonnen zu können, steckte mein Gewissen ohne bei mir nachzufragen ein neues Tagesziel ab. Langsam und leise zog es mich zu der Erkenntnis hin, dass weiteres Träumen nun nicht mehr erlaubt ist. Dabei hatte der Tag doch so gut angefangen. Alles hatte gestimmt an diesem morgen. Der Hund liess mich nicht ohne freudige Begrüssung aufstehen. Der Lärm den ich in der Küche verursachte muss für meine Familie weckermässig gewesen sein.  Und die Kinder zankten sich schon kurz nach dem Aufstehen. Hervorragend war also der Tagesbeginn. Schliesslich war da auf dem Weg zur Arbeit noch die -häschmer än Stutz- Frage. Unüblich war nur die Erhöhung auf Franken zehn.
Jetzt, fünf Minuten nach der Detonation, musste ich meine Einstellung überprüfen. Einfach abschleichen und weiter romantisieren wäre möglich, aber nicht förderlich für ein frohes Gewissen. Da war nur der schockartige Zustand in den ich gefallen war. Ihn musste ich abstreifen, um nicht wie ein Breakdancer zu wirken, der in seinen Zuckungen erstarrt ist.  Schliesslich ging es darum, wie das Küken das Ei zu verlassen und sich der Realität zu stellen. Die Glocke zum Wachwerden hatte geschlagen. Ächzend schälte ich mich also aus der nicht selbstverschuldeten Lethargie. Erste Hilfeleistung war gefragt. Schliesslich war unser Wagenteil unversehrt geblieben. Ich und die andern-  wir stürmten nun aus dem Wagen. Das heisst, ich, infolge persönlicher Datenverarbeitung, ein bischen später. Aber nicht zu spät um jemandem Hoffnung zu bringen. Beseelt stürmte also auch ich aufs Perron. Meine Erste Hilfe galt nicht einem Verunglückten, sondern einem Sitznachbarn. Kaum dass er draussen war, fiel er hin. Mir scheint er hat seine Gedankenverlorenheit nicht bewältigt. Wie sonst kann es sein, dass er auf den Anblick nicht gefasst war. Ich legte ihn also in die Lage aus der ich kam  und kümmerte mich um das weitere…

Tenue blau

Posted in blugunkels storyride on August 21st, 2009

Ich sitze im Wartesaal der Berner Bahnhofunterführung. Links von mir, ausserhalb des Raumes, bemerke ich etwas das sich vor meine Sicht schiebt. Es ist ein Bauch. Oder wie der junge Volksmund spricht, eine Pfanne, oder eine Wampe. Eben ein Bauch, ein zu dicker Bauch.

Der Eigentümer der Körperform wirkt sauber. Auch fehlt der zur Hälfte gerauchte Stumpen. Man sollte eigentlich nicht über die Unförmigkeit solcher Menschen reden. Jeder ist schliesslich froh, wenn man seinen Makel in Ruhe lässt.

Wenn ich es trotzdem tue, so hat es einen Grund. Ich muss gestehen, ich musterte die Hose des Mannes, denn mir fiel auf, dass ihr Schnitt kein gewönlicher war. Diese Art von Hose traf man an einem Ort an, wo Mode keine Rolle spielt —
im Schweizer Militair des vorigen Jahrhunderts. Egal ob dünn, dick, lang oder klein, sie kleidete jeden. Aber wie! Niemand war gewappnet gegen die Verunstaltung, die sie hervorrief. Da sah man den kleinen Rekruten, der aussah wie Pinochio im Faltentuch. Oder den langen Kämpfer, den das Tenue in einen wandelnden Kleiderständer verwandelte. Oder den weder zu kurz noch zu lang geratenen mittelmässigen. Er sah aus wie John Travolta an einer Techno – Party. Dieses Tenue, das darum schweizweit Kultstatus geniesst, ist leider längst ausgemustert.

Als ich die Tenue blau Hose an diesem wohlbeleibten Mann entdecke, stutze ich. Kann es sein, das sie sich hierher verirrt hat? Und ich muss sagen, sie kleidete diesen für das Auge unschönen Mann ausserordentlich gut. Die Güte der Verarbeitung lässt ihn sicher in der Öffentlichkeit auftreten. Bleibt noch zu sagen, dass kultiges eben zeitlosen Wert hat. Nie geht unter, was für einen einfachen Zweck bestimmt war. In diesem Sinne verabschiedet sich:

gedankenmacher

Fussballgeschichte…

Posted in blugunkels storyride on August 2nd, 2009

Es ist Donnerstagabend. Erschöpft komme ich nach Hause. Der lange Arbeitstag fordert seinen Tribut. Schon seit Tagen denke ich an den Match des Stadtclubs, der an diesem Abend stattfindet. Es geht um den Verbleib in der obersten Spielklasse.

Ich mache mich also auf den Weg zum Ort des Geschehens. Bin spät dran. Der letzte Matchbesuch liegt bereits ein Jahr zurück und so weiss ich nichts mehr von einer Sektoreneiteilung. Also laufe ich zum Haupteingang, schnappe mir ein Ticket, und begebe mich zur Fantribüne längs des Spielfeldes. Securitas stehen gelangweilt vor einer Gittertür. Als ich die Hand an den Griff lege, werde ich angesprochen. Sofort zücke ich mein Ticket. Es ist in diesem Augenblick meine Legitimation gegen die Türwächter. Das sei der falsche Sektor, und hier dürfe ich nicht rein, bekomme ich zur Antwort. Mir dämmerts! Sektoreneinteilung als präventive Massnahme gegen Fans, die nicht nur den Sprechgesang in der Kehle haben, sondern auch das destruktive Mittel in der Hand. Schlussendlich lassen sie mich rein. Habe also doch nicht den Schein eines Hooligan.

Ich mach mich zuerst zum Bier- und Wurststand auf. Stadiongemäss verpflegt begebe ich mich zur Tribüne. Die Heimmannschaft ist prächtig in Form und spielt den Gegner schwindlig. Am Schluss stehts 6:1. Als ich da so sitze, betrachte ich meine Umgebung.
Fussballfeste haben so ihre eigenen Regeln. Es ist nicht erkennbar, welcher Zuschauer welchem Beruf angehört. Auch an der Körpersprache lässt sich nichts zur Schubladisierung erkennen. Eine bestimmte Verhaltensweise fiel mir jedoch auf. Man guckt
verhalten um sich und wirft dann den Abfall kunstgerecht dorthin wo ein Spalt klafft, zwischen die Stufen und somit auf den Boden. Jetzt sieht man den Abfall nicht mehr, er ist im grössten Kübel entsorgt.
Oder ich muss an jenen Mann denken, der in unserem Fansektor zuerst die gute Leistung des Gegners mit einem leisen Räuspern quittiert, dann seine Mannschaft verhalten anfeuert und schliesslich in unerhörten Jubel ausbricht. Er wird von mir klar aufgefordert, gefälligst in seinen Sektor zu gehen. Worauf ich umgehend von Dritten rechts über mir in die Schranken gewiesen werde. Es gilt also auch hier die Regel, trotz Sektoreneinteilung darf jeder dorthin stehen, wo es ihm beliebt. Das einzige Hindernis sind die Securitas. Aber die drücken ja auch mal ein
Auge zu, wie man gesehen hat. Meine Seele ist befriedigt. Ich habe das bekommen was ich suchte. Ein gutes Spiel, ein Bier und eine Wurst und jede Menge interessanter Leute.

j.home

Oase

Posted in blugunkels storyride on Juni 30th, 2009

Eine Blätteroase und das Getümmel der Charaktere

Es befinden sich dort 3 Bänke. Jeder Bank besteht aus 2 breiten und einem dünnen Balken. Genügende Dicke garantiert die Sitzsicherheit. Einzig die Einkerbungen könnten etwas daran ändern. In der Mitte steht ein Brunnen. Besser gesagt, ein Brünnlein. Um ihn sich vorstellen zu können, denke man sich einen Marterpfahl der sich gegen die Mitte verjüngt, und gegen das obere und untere Ende zunimmt. Der breiteste Teil dient als Wasserauffangtopf. An ihm befindet sich der Hahn in Form eines Knaufs. Und dort sprudelt  jene Flüssigkeit die nicht nur trinkbar ist, sondern auch aller Sorten Wesen versammelt, denn  Mensch und Tier, sie laben sich hier. Vier Bäume , die im Halbkreis von ungefähr vierzehn Meter Durchmesser verteilt stehen, bilden das Blätterdach. Eine Plakatsäule steht am rechten Eckpunkt. Begrenzt wird der Platz vorne von der einen Bogen beschreibenden Hauptstrasse und hinten von der Limmat.

Hier, meine Damen und Herren, lässt sich so manches erleben. Menschen gehen hier ein und aus, sie könnten seltener nicht sein. Und hier war es, da mich eine Gassenlady nach dem Senf fragte, der reichlich aufgtragen auf meinem Cervelatkarton lag. Ich gebe noch einen Brocken von meinem Bürli, die Wurst esse ich selber, denn ich denke in diesem Moment nicht daran, mehr abzugeben. Der nächste Mensch der die Örtlichkeit benützt, ist Japaner. Dem Gepäck nach zu urteilen, ist er auf der Durchreise. Sein Bedürfniss ist rasch gestillt. Photoapparat neben das Gepäck auf den Bank gestellt, dann nur schnell neben das Brünnlein gestanden, schon ist das Bild im Kasten und die Erinnerung auf ein Photoleben gebannt.

Nicht nur die Abgrenzung zum stressbehafteten Leben und das Gratiswasser ziehen die Menschen an, auch das Gewusel von Städteplanung lockt den der Ruhe abgezockten unter das Blätterdach.  Ob Punks, Vater und Kind, Ausländer oder Taube, jeden lässt es trinken. Allein der Stil der Taube fasziniert. Während der Mensch den Schnabel vorsichtig unter den Wasserstrahl hält, kennt die Taube, dazu noch eine reinweisse, keine Vorsicht und hält den ganzen Kopf in den Wasserbogen. Auf dies Weise trinkt sie was sie abbekommt. Als der Vater davon trinkt, hält er sich am Hahn resp. Knauf und dreht diesen beim Absetzen nach aussen. Der Wasserstrahl geht nun zu Boden. Ist ja nur Wasser, das kann man so lassen. Denke es und dreh den Wasserknauf eigenhändig zurück. Der Friede ist zurückgekehrt.

Unterdessen sind da auch ein paar Alcs eingetrudelt. Sie sind die eigentlichen Lokalmatadoren. Dabei befindet sich jener junge Mann, den ich zusammen mit der Frau kennenlernte, der ich Senf gab. Frägt geradeheraus nach Bier. Hab ich aber nicht. Nur noch einen kleinen Schluck in meiner Eichhoffdose. Sie ist jetzt entsorgt. Nicht von mir. Ein Alci der eine Weile auf der rechten Bank sass, sorgte sich darum. Nun bin ich auch mittendrin, unter den Matadoren des Platzes, den Charakteren unter dem Blätterdach. Sie sitzen, sie schauen. Die Sinnlosigkeit ihres Daseins ist durch die Welt ausserhalb ihrer kleinen Oase begründet. Ausgegrenzt sitzen sie in einer abgegrenzten Welt. Von hier aus schauen sie nach dem sogenannten normalen Leben. Lassen sich freien Lauf. Den Gedanken wie den Worten. Manche Frau wird betrachtet, etliche Kritik genommen. Zusammenhänge werden gesehen, Mängel der Gesellschaft an den Pranger gestellt. Aussenwelt und Innenwelt werden sich aber weiterhin kaum berühren. Die Einen arbeiten zuviel, die Anderen geniessen zuviel. Raum zum Erwachsen werden, aufzustehen und wirklich zu leben braucht es aber für beide. Für den der Gesellschft entfremdeten wie für den von der Gesellschft eingespannten. So denke ich und verlasse verträumt den Platz unter dem Blätterdach.

j.home