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kings the stand im interpretationsmodus

Posted in buchinterpretationen on August 23rd, 2017

der name des kings

Stephen King/ der WikiKing/ The Stand c Bastei Lübbe, vollständige 8.Auflage 1995/ aus dem amerikanischen von Joachim Körber, Mitarbeit Wolfgang Neuhaus/ Illustrationen von Berni Wrightson/ Softfax S. 1198

blogunkels green power  kingstandbuch

Amerika- ein Land verliert die Kontrolle

In Europa lernt man etwas über Geschichte. In Asien lernt man etwas über fernöstliche Mystik. In den USA lernt man etwas über die unbegrenzten Möglichkeiten der freien Lebensgestaltung. In der dystopischen Züge aufweisenden  Erzählung „The Stand“, führt Steven King jede  Menge an farbigen Charakteren ins Feld. Die Überlebenden eines Super Virus werden von zwei Träumen geleitet. Keine Rolle spielt mehr, was sie bis anhin waren. Es spielt lediglich eine Rolle, wie sie mit dem Input von Gott und dem Gegenspieler umgehen.

 

Amerika vor der Jahrtausendwende. Ein Unfall mit einem Seuchenkampfstoff in einem Armeetestgelände in der Wüste Kaliforniens, löst eine Epidemie aus. Innert kurzer Zeit wird die USA entvölkert. Während sich die Regierung bedeckt hält und sich mit Fake News die Zeit vertreibt, die Ordnung im Land langsam aber sicher auseinanderbricht, versuchen noch lebende Wissenschaftler den Virus zu enträtseln. Einige wenige aus allen Teilen der Staaten überleben, haben aber keinen blassen Schimmer, wieso sie das Virus verschont hat.

Stu der geradlinige Texaner aus Arnette in Texas, der mit seinen Freunden im Cafe an der Tankstelle sass, als der Chevy mit den ersten infizierten in die Zapfsäule raste. Larry der Musiker aus New York, der nicht weiss, ob er ein wirklich netter Junge ist, an den die Mutter aber immer glaubte. Fran Goldsmith aus Ogunquit in Maine, die es erlebt, dass sie ihren Vater im Garten begraben muss. Der tumbe Tom Cullen, der weiss, das alles „Mond“ ist. Der taubstumme Nick, der das böse lediglich für ein psychologisches Symbol hält. Der Mülleimerman, Donald Merwin Elbert, der in seiner Jugend erleben musste, wie der Sheriff seinen Vater erschoss. Lloyd Henreid, der Verbrecher wider Willen, den der Dunkle persönlich aus dem Knast holt und ihn zu seiner rechten Hand macht. Und viele amerikanische Schicksale mehr, denen Steven King mit sicherer Feder einen spannenden Lebenslauf verpasst. Eine Menge an schillernden Persönlichkeiten die einen Blick mitten in die amerikanische Seele zeigen.

In den Städten türmen sich die Toten. Menschen die den Captain Trips genannten Virus überlebt haben sterben, weil sie alleine nicht zurechtkommen. Die Geschichte konzentriert sich nun um jene Überlebenden, die sich zu dem Ort aufmachen, wo eine alte schwarze Frau mitten in einem Maisfeld wohnt. Sie ist die letzte Bewahrerin einer langen Tradition von schwarzen Bauern in dem von Weissen geprägten Staat Nebraska. Nach und nach trudeln die letzten Menschen des freien amerikanischen Geschlechts bei ihr ein. Auf dem Weg hatten sie mit den zwei Träumen zu kämpfen, der eine Traum der sie zu Mutter Abagail ruft, so der Name der alten Frau, der andere Teil des Traums vor dem sie hochschrecken, dem namenlosen Grauen mit roten Augen und der aalglatten Fröhlickhkeit. Dies ist auch jener Teil des Romans, der ihn zu einem atemberaubenden Thriller macht. Das Ungewisse, das im Nirgendwo lauert.

Die alte Frau verkörpert das Gute. Sie sitzt Jesuslieder singend auf der Veranda und verkündigt den in dieser Situation nötigen Gehorsam gegenüber Gott. Jeder der Eingetroffenen hat seine eigene Weise, wie er auf die Botschaft der alten Frau reagiert. Sie haben indes keine andere Wahl. Im Westen, hinter den Rocky Mountains, sammelt der Dunkle, der sich inzwischen Randall Flagg nennt, diejenigen, die seinem Ruf folgen. Gemeinsam beugen sich die Menschen der bald sogenannten freien Zone dem Willen der alten Frau. Sie ziehen nach Boulder in Colorado, um dort den Widerstand gegen den Dunklen zu organisieren. Weitere Überlebende schliessen sich ihnen an. Dabei ist sich Abagail Freemantle bewusst, auf sie wartet noch ein letzter Auftrag. Angekommen in Boulder gründen sie ein Komitee und nennen sich Zoner. Ein Plan wird ausgearbeitet, wie man gegen den Dunklen jenseits der Rockys bestehen kann. Er besteht aus Spionen und schlussendlich einem Team, dass nach Westen geschickt wird. Dieser ist derweil daran, eine Armee aufzustellen. Widerstand gegen die freie Zone entsteht aber auch in den eigenen Reihen. Dann verschwindet auf rätselhafte Weise die alte Dame und die Bedrohung wird zunehmend drückender. Ihre letzte Weisung, euer Komitee nützt nichts, mit vertrauen auf Gott und weisser Magie werdet ihr es richten. Dann stirbt die alte Dame und die freie Zone ist auf sich allein gestellt.

Der längste, und nach vieler Meinung vielleicht auch der bedeutenste Roman von Steven King, lässt an Spannung nichts anbrennen. Er ist das vierte ins deutsche übertragene Werk des amerikanischen Erfolgsautors. Wobei 1990 die vollständige Ausgabe in Neuauflage erschien. An Kritik könnte man anbringen, der Autor hat zuviel reingepackt. Zum Beispiel auch seitenweise Schicksale, die am zweiten Tod sterben. Dem Tod, der jenen widerfährt die ein einsames Leben nicht erfolgreich führen können. Jedoch wird man von der ersten Seite an von der Schreibkunst Kings elektrisiert. Und so wird ein Liebhaber von Wälzern auch nichts dagegen haben, den Plot von dem letzten Gefecht durch Themenschwerpunkte wie das unterschiedliche Rechtssystem der verschiedenen Staaten in Bezug auf die Todesstrafe, oder eine Abhandlung über den Start in ein Musikerleben, oder einfach nur durch ein weiteres Schicksal der Supergrippe, unterbrechen zu lassen. Zudem macht der Autor seinem Ruf als Horror- und Thrillerautor alle Ehre, indem er mit dem Shining, dem Lampenschein aus der übernatürlichen Welt, das Szenario um den Supervirus zu einem durchaus möglichen Ende führt. Wenn Tolkien in Mittelerde den Sieg über den Gewaltherrscher Sauron nicht durch einen mächtigen Krieger des Menschengeschlechts herbeiführt, sondern durch einen gemässigten Halbling, so führt Steven King die Befreiung von der Bedrohung durch den Dunklen nicht durch einen verstandesmässigen Menschen ins Feld, nein, die Vernichtung seiner Pläne bringt ein geistesschwacher Pyroman ins Rollen. Ein Mensch, den der Dunkle aus seiner Kontrolle verloren hat. The Stand ist schlussendlich ein tausendseitiges Buch. May muss lesen wer die deutsche Seele verstehen will, King muss lesen wer die amerikanische Seele verstehen will.

jh

wir

Posted in buchinterpretationen on Juni 30th, 2014

samjatins vision

Jewgenij Samjatin/ Samjatin auf Wiki/ Wir c samjatin 1920/ kiwi-verlag.de c 1958 & 1984, 11.Auflage 2011/ Titel der Originalasgabe: My/ aus dem russischen von Gisela Drohla/ Nachwort von Jürgen Rühle/ softfax S. 224/

wir, nummern sind wir dystopie vater

Mit mechanischer Genauigkeit spulte D-503 die täglichen Erfordernisse ab. Alles war genormt, alles war logisch, nichts hinderte ihn daran sein Bestes für den einzigen Staat zu geben. D-503 führte ein Tagebuch über sein Leben als Bürger des Einzigen Staates. Glück, Qualität und jedwede Segnung hatte die Vereinheitlichung allen Lebens zur Folge gehabt. Herz und Puls des Einzigen Staates waren die diamantenen Gesetzestafeln, die jeden Schritt im täglichen Ablauf regelten. Schon am morgen sangen 10 Mio Nummern die Hymne. Sie hatten keine Namen, sie alle waren eine Nummer. Nichts musste versteckt werden, Wände Mauern und sonstige Abgrenzungen waren aus Glas. All dies, die grössten Eroberungen nach dem 200 jährigen Krieg, zusammengefasst in seinem Tagebuch würde eines Tages mit einigen andern staatlichen Dichtungen durch die Integral, dessen Konstruktuer er war, ferne Welten und Lebensformen beglücken. Alles war sauber, geplant und genormt, bis auf seine Hände, sie gaben D-503 ein seltsames Gefühl, befrachtet mit veralteten Erinnerungen!

 weiterlesen in den Memoiren von D-503

der futurologische kongress

Posted in buchinterpretationen on Juni 19th, 2014

ijon tichys dystopia

Stanislaw Lem/ wikilem/ der futurologische Kongress/ suhrkamp taschenbuch 534, erste Auflage c 1979, c by Lem 1972/ Titel der Originalausgabe: Kongress futurologiczny/ aus dem polnischen von I.Zimmerman-Göllheim/ softfax S. 139

tychis schöpfer lem lem kongress gesicht die lemonade

In Nounas auf Costricana war der achte futurologische Weltkongress in Gange. 198 Vertreter aus 64 Ländern debattierten vornehmlich, wie der enormen Bevölkerungsexplosion beizukommen sei. Dem Rat Professors Tarantogas folgend, war auch Tichy angereist und nahm Unterkunft im Hilton. Gegenbewegler nahmen den Kogress zum Anlass, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Als sie einen Botschafter entführten um politische Häftlinge freizubekommen, stürzte Nounas ins Chaos. Tichy und zwei Professoren nahmen in einem Abflusskanal Zuflucht, harrten gemeinsam der Dinge die da noch auf sie warteten.

weiterlesen in blogunkels interpretation von lems dystopischen gedanken

fahrenheit 451

Posted in buchinterpretationen on März 25th, 2014

bradbury fire

Ray Bradbury/ Bradbury auf Wiki/ Fahrenheit 451/ Diogenes: das literarische Taschenbuch, Jubiläumsausgabe 1996/  Titel der Originalausgabe 1953: Fahrenheit 451/ deutsche Erstausgabe 1955: Verlag die Arche Zürich/ aus dem amerikanischen von: Fritz Güttinger/ Umschlagfoto: Julian Essam/ softfax S.176/ und eine biographie auf diogenes

knüttel knauf blatt turn turn buch burn

Entschwindendes Licht raubte meiner Flucht das Tempo. Kanten, Ecken und Umrisse verblassten im Dämmer des Tages. Der Übergang von Tag zu Nacht brachte meinen Bewegungsablauf durcheinander. Hatte ich mich bei guter Sicht vorangeworfen und war von Gasse zu Gasse gehetzt, so fühlte ich mich jetzt wie ein Rapper, der im Bühnennebel die Umsicht verlor, zurückzuckend und abfedernd vor Hindernissen. Indessen hatte sich der Puls beruhigt, meine Sinne sich auf die Veränderungen eingestellt. Ich lief in der Mitte einer Gasse gerade auf einen Block zu, der die nächste Gabelung bezeichnete. Erneut verminderte ich das Tempo, verfiel beinahe in Schritt. Aus einem Fenster flimmerte das Gelichter eines Wandbildschirms. Und in mir tauchte das Bild meiner Frau Mildred auf, wie sie stundenlang in die Fernsehwand glotzte und davon träumte, sich eine vierte Wand als Bildschirm einzubauen. Während das Bild meiner armen Frau mein Bewusstsein blockte, fluteten die jüngsten Ereignisse mit zunehmender Kraft mein Denken. Dabei hatte ich meine Schritte so weit verlangsamt, dass ich ohne Sorge die Geschehnisse der letzten Tage bedenken konnte.

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schöne neue welt

Posted in buchinterpretationen on August 22nd, 2013

Aldous Huxley (Huxley auf Wiki)Copyright 1953 (mit Herberth E. Herlitschka)/ Originalausgabe erschien 1932/ Neuausgabe 1949 unter dem Titel Brave New World/erste deutsche Ausgabe 1932 mit Titel: Welt-wohin?/zweite deutsche Ausgabe 1950 mit Titel: Wackere neue Welt, übersetzt von H.E.H./ publizierte Ausgabe im Fischer Taschenbuch Verlag, 65.Auflage Juli 2008/ Übersetzung von Herberth E. Herlitschka/ S.253/ erhältlich bei: englisch bei Thalia

Sigmund Marx, Angestellter der staatlichen Brut- und Normzentrale Berlin,  hatte sich für seine bevorstehenden Ferien etwas besonderes ausgedacht. Er wollte mit seiner neuen Freundin Lenina nach dem Wildreservat in Neumexiko reisen. Alles was er brauchte, war die  Bewilligung vom Weltaufsichtsrat. Als diese erfolgte, zögerte Sigmund nicht länger. Endlich würde er etwas Neues sehen, etwas Grundverschiedenes. Er hatte genug von einem Leben vorgeschrieben durch Normung. Auch wenn er ein Alpha-Plus war, untersetzt zwar, aber er war einer, das ihm ein Leben in der obersten Kaste ermöglichte, so hatte sich doch eine gewisse Unzufriedenheit eingeschlichen. Er war also kein Angehöriger jener khakifarbenen Dutzendlingen, die man eigens dafür gezüchtet hatte, in einer Firma zu arbeiten, zu funktionieren. Er gehörte zur obersten Klasse, hatte immer die Wahl. Konnte sich auch mit seiner Wunschfrau einlassen. Eines jedoch liess sich nicht mehr wegdiskutieren, Sigmund war es leid ein Kind der Normung zu sein, zu tun was ihm die  Schlafschulweisheiten täglich wieder von Neuem in Erinnerung brachten. Er wollte Leben, Gefühle, Leidenschaft. Sigmund hatte sich entschlossen. Im Reservat der Wilden würde er zusammen mit Lemina auf Entdeckung gehen.

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herrschaft der gewerkschaften

Posted in buchinterpretationen on September 25th, 2012

Anthony Burgess, 1985, Heyne Verlag 1982, Titel der englischen Originalausgabe: 1985, copyright 1978,  Übersetzung Walter Brumm, Redaktion Wolfgang Jeschkesoftfax S.350

Der Roman

Bev Jones eilte zum Ort des Unglücks, sah seine  Frau als verkohlte Leiche in den Trümmern liegen. Niemals hätte er sich ausgedacht, dass sein normal bürgerliches Leben auf diese Weise enden würde. Die Feuerwehrleute hatten gestreikt, dem Aufruf der Gewerkschaft folge geleistet. Das Leben Bev Jones nahm eine radikale Wendung. Er würde wegen seiner Einstellung Not leiden. Und wie das Nachdröhnen eines lauten Basses, blieben die letzten Worte seiner Frau in seinem Kopf haften: “ Lass es ihnen nicht durchgehen!“

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Das Essay zu 1984

Katechismus und Absichten/ 1948: Gespräch mit einem alten Mann/ Engsoz ins Auge gefasst/ Kakotopia/ Staat und Superstaat: ein Gespräch/ Bakunins Kinder/ Uhrwerk Orangen/ der Tod der Liebe

 

 

engsoz

Posted in buchinterpretationen on April 13th, 2012

George Orwell/orewll auf wiki/ 1984/ Diana Verlag Baden-Baden, Stuttgart c 1950/ Titel der englischen Ausgabe: Nineteen Eighty-Four/ ins deutsche übertragen von Kurt Wagenseil/ hardfax 3. Auflage S.356/ zutun bei: buch.ch

als die engländer mit ihren destruktiven ansichten die welt aufmischten, denn dies ist orwells 1984, rezensiert von gedankenverbrecher jhome:

jhome`s altdenk

burgess`aldenk